Erlebnisse
und Beobachtungen

mit den Samtpfoten

Eine nächtliche Hilfeleistung

Im Sommer hatten wir einen Kater namens BLACKY zu Gast. Er kam und ging wie er wollte. Nach einiger Zeit war er MUMPFI überdrüssig und ging seiner Wege. Ich habe ihn nie wieder gesehen. Bis neulich! Es war gegen 22:00 Uhr als MUMPFI sehr unruhig wurde und immer zum Balkon lief, maunzte und sich ziemlich komisch benahm. Wir waren schon auf dem Weg ins Bett als meine Frau sagte ich solle doch mal nachschauen was unten los sei.
Mürrisch aber gehorsam, wie es sich für einen braven Ehemann gehört, ging ich also in den Hof und schaute mich um. MUMPFI war auf dem Balkon und starrte in eine bestimmte Richtung. Ich machte die Taschenlampe an und leuchtete ins Gebüsch. Zuerst erschrak ich vor einem Igel, der dort gerade seinen Igelgeschäften nachging. Dann erzürnte ich eine Amsel, die, genau wie ich, nur schlafen wollte. Ich war schon wieder auf dem Weg zum Haus, als ich ein Schnurren hörte. Ganz leise und kaum wahrnehmbar. Ich ging in die Richtung und dann sah ich ihn da unter einem Busch liegen. Er war ganz ruhig und sah mich nur an. Ich bückte mich unter den Busch und leuchtete ihn mit der Lampe an. Kein schöner Anblick! Eine Ratte, eine ziemlich dicke hing tot an seinem Hals. Der Hinterkörper fehlte. Sie hatte sich in seinem Halsfell fest gebissen und er wurde das Anhängsel nicht los. Er hatte wahrscheinlich starke Schmerzen. Aber er kannte mich und liess es zu, dass ich ihn aufhob und ins Haus trug. MUMPFI wollte sofort zu ihm. Doch ich dachte an Tollwut und andere Sachen. Auch meine Frau war der Meinung ihn nicht zu MUMPFI zu lassen. "Ruf den Tierarzt an" sagte sie zu mir. Es war bereits halb elf und der gute Mann hat auch irgendwann mal Feierabend. Ich wollte nicht - also rief sie statt meiner an. Und hatte Glück. Er war noch in seiner Praxis. Er wohnt im Nachbarort, keine fünf Kilometer entfernt. Also rein ins Auto, mit der Katze auf dem Schoss meiner Frau zu Tierarzt.
Der war gar nicht böse, sondern sehr besorgt um BLACKY. Er sagte, dass die Ratte schon ein paar Tage dort hängen müsse und das die Wunde stark entzündet sei. Er müsse operieren. Also wurde BLACKY ins Traumreich geschickt und was dann kam weiss ich nicht. Mir wurde schlecht und ich musste an die frische Luft. Nach einer halben Stunde kam meine Frau raus und hatte BLACKY auf dem Arm. Der Arzt meinte, wegen Tollwut brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Mit einigen Medikamenten versorgt und um 150.- leichter gingen wir nach Hause wo wir von MUMPFI erwartet wurden. Sie war sehr interessiert an dem Schwarzen.
Es ist jetzt gut eine Woche her und BLACKY ist wieder unterwegs auf der Strasse. Er war am nächsten Abend schon nicht mehr in der Wohnung zu halten, kam aber immer zum Schlafen nach Hause. Die Ausflüge wurden immer länger bis er gar nicht mehr kam. Ich hoffe, er nimmt sich in Zukunft vor Ratten in Acht. Ich habe keine Lust für einen Streuner, von dem ich nicht weiss wo er hingehört, noch einmal soviel Geld zu bezahlen. Aber wenn ich das nicht gemacht hätte, wäre mir erstens meine Frau an den Kragen gegangen und zweitens hätte mir mein Gewissen keine Ruhe gelassen.

Vielen Dank dafür an : Andreas Koeppen


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